Man lernt nie aus: Kaffeeschule Bremen

Bremen – Kaffeehauptstadt Deutschlands, so sagt man.
Jede zweite Bohne durchquert zunächst die schöne Hansestadt, bevor die Reise durch Deutschland weitergeht.

Oliver Kriegsch, Röster von Cross Coffee, hat sich zur Aufgabe gemacht, mehr Klarheit mit dem Umgang von Kaffee, über Anbau und Röstung, bis hin zur richtigen Zubereitung zu schaffen und gründete daher die Kaffeeschule Bremen. Verschiedenste Kurse und sogar das regelmäßige Treffen des Kaffeeclubs finden daher direkt in der Rösterei statt.

Um euch einen Einblick in die Arbeit der Kaffeeschule zu geben, habe ich mich einfach mal dem Kaffeeclub angeschlossen.

Der Kaffeeclub

Jeden 1. und 3. Dienstagabend im Monat kommen unterschiedlichste Nordlichter aus ganz Deutschland stammend zusammen an einen Tisch, um sich über das braune Gold auszutauschen. Geballtes Kaffeewissen tummelt sich an den mir bereits bekannten Europaletten Tisch.

Es ist eine kleine, warmherzige Runde von Menschen jeglicher Art, die durch jahrelangen Umgang mit dem weit herstammenden Produkt zu kleinen oder auch großen Kaffeeprofis geworden sind.

Oder auch nicht…
Denn jeder ist willkommen!

Nicht alle sind Gastronomen, Barista oder Röster, auch die ganz normalen Kaffeeverrückten oder die, die es werden wollen treffen sich hier, um sich auszutauschen.

Schnuppern, Schlürfen und Schnacken

An meinem ersten Abend beschäftigen wir uns, unter anderem, mit drei verschiedenen entkoffeinierten Kaffeesorten einer Firma, die verspricht, leckeren Kaffee ohne Wumms zubereiten zu können…

Präzise wird darauf geachtet, die richtige Grammzahl zum Aufgießen des Kaffees zu verwenden. Die kleinen Probiertässchen werden mit heißem Wasser vorgewärmt und die braune Kostprobe darf erst dann geschlürft werden, wenn die richtige Trinktemperatur erreicht ist.

Ein lautes und auch leises Schlürfen ertönt den Raum, als der erste Kaffee gekostet wird.
Ähnlich, wie bei einer Weinprobe kommen durch das Unterheben von Sauerstoff die Aromen besser zum Vorschein und die Flüssigkeit verteilt sich so perfekt über die ganze Zunge mit ihren unterschiedlichen Geschmackszonen.

Angeregt wird darüber diskutiert, wie sich Körper und Säure verhalten, welche Aromen durchs Schmecken und Riechen zum Vorschein kommen und wie sich die unterschiedlichen Sorten beschreiben lassen.

Hier wird schnell Sichtbar, wer erfahrener in Kaffeeverkostungen ist und wer das erste Mal einen schwarzen Kaffee bewusst probieren und beschreiben soll. Es ist die Mischung der unterschiedlichen Wissensstände, die das Treffen so interessant macht.

Die Leidenschaft zum Kaffee verbindet

Ich fühle mich direkt wohl in der kleinen Runde und beobachte die Neckereien untereinander mit einem Grinsen. Schon fast familiär und auf jeden Fall freundschaftlich ist der Umgang miteinander.

Alle sind an diesen Tisch gekommen, um etwas zu lernen oder auch Erfahrungswerte in der Gastronomie auszutauschen, wobei die branchenfernen Bohnenliebhaber dabei nicht ausgeschlossen werden.

Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Absacker.
Obwohl auch verschiedene Biersorten zur Auswahl stehen, entscheide ich mich für einen Cold Brew Eiswürfel, der mit Tonic Water aufgegossen wird. Also einen Kaffeeeiswürfel, der ein herbes Sprudelbad bekommt und dadurch einen schokoladigen Geschmack erhält – sehr empfehlenswert!

Das erste Treffen an diesem Abend sollte nicht mein letztes gewesen sein.
Die Erkenntnisse und Geschichten, die ich jedes Mal mitnehme, machen einfach Bock auf mehr!

Cold brew it yourself

Und damit ihr euch auch einmal so eine besondere Erfrischung gönnen könnt, hier eine kleine Anleitung wie man einen leckeren Cold Brew herstellt.

Ich habe mich für den Palanda aus Ecuador entschieden, den ihr übrigens auch bei Cross Coffee erwerben könnt. Mit seinem ausbalancierten Körper und seiner feinen Säure ist er perfekt geeignet, kalt aufgegossen zu werden.

Die Schokoladennoten finden sich vor allem in der Mischung mit Tonic Water wieder.
Die Mandarinen- und Blutorangenakzente kommen zum Vorschein, wenn man ihn lediglich kalt auf Eiswürfeln genießt – so vielfältig kann ein Kaffee sein.

Zunächst einmal, müsst ihr unbedingt darauf achten, zu welcher Uhrzeit ihr damit startet!
12 Stunden muss man das aromatische Gebräu ziehen lassen. Wenn man also mit dem Aufgießen um 16:50 Uhr beginnt, so wie es mir passiert ist, muss man sich auch aufs frühe Aufstehen gefasst machen.

Für einen Liter Cold Brew benötigt ihr 200g Kaffee, der auf gröbster Stufe gemahlen wird. Beides gibt man einfach in ein Gefäß, rührt es um und lässt es 12 Stunden ziehen.
Den Kaffeesatz entfernt ihr am besten, indem ihr das Ganze zuerst durch ein feines Sieb und dann durch einen Filter gießt.

Im Kühlschrank ist der Cold Brew 2 Wochen haltbar.
Zu Eiswürfeln gefroren habt ihr natürlich noch länger etwas davon.

Jetzt noch ein feines Tonic angeschafft und schon kann das Geschmackserlebnis los gehen.
Mein persönlicher Tipp: probiert den Cold Brew mit verschiedenen Tonic Sorten, ihr werdet staunen!

Der Überblick

Wer sich zunächst in der Welt des Kaffees umschauen möchte, um generell mehr über Anbau, Aufbereitung und Geschichte zu erfahren, ist in dem kleinen Schulungsblock „Kaffee-Entdecker“ genau richtig!

Wer darüber hinaus noch mehr Wissensdurst verspürt und auch mal Theorien in die Praxis umsetzen möchte, ist bei den Barista- und Röstkursen gut aufgehoben!

Die Teilnahme am Kaffeeclub würde ich den geselligen Kaffeeliebhabern unter euch empfehlen, die ihren Wissenstand durch kontinuierliches Auseinandersetzen mit der braunen Bohne aufbessern wollen, oder auch anderen gerne etwas mitgeben möchten.

Genaue Schulungstermine und eine Preisübersicht findet ihr auf:
www.kaffeeschule-bremen.de

 

 

 

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