Charmante Rösterei in Frankfurt: Hoppenworth & Ploch

Nachdem ich durch die hektische Frankfurter Innenstadt geradelt bin, erreiche ich Hoppenworth & Ploch im Nordend und bewundere bereits das äußere Erscheinungsbild der Craft Coffee Rösterei. Ein Gast genießt draußen auf der Bank ein scheinbar leckeres Heißgetränk. Er begrüßt mich freundlich.

Guten Kaffee schlürfen & wohlfühlen

Geduldig erklärend, entdecke ich Matthias Hoppenworth mit einer Schulklasse, an dem langen Tisch sitzend. Zur laufenden Projektwoche erläutert er den Schülern alles Wissenswerte über die braune Bohne, ich lausche aufmerksam.

Ich platziere mich direkt gegenüber, neben mir ein handgefilterter, schwarzer Kaffee aus Tansania, der verspricht nach Rhabarber, Tomate und Toffee zu schmecken. Beim Schlürfen schmecke ich tatsächlich das Fruchtige der Tomate und erfreue mich über das ausgewogene Frucht- Säureverhältnis.

Einfach machen

Julian Ploch nimmt sich Zeit für mich und erzählt mir von der Entstehung der Rösterei.

Während seines Biochemiestudiums lernte er Matthias im Wohnheim kennen, der zur gleichen Zeit Wirtschaft studierte. Zunächst, war für beide schnell klar, dass sie gerne Kaffee trinken. Diese Gemeinsamkeit bauten sie jedoch schnell aus, so dass sogar ein kleines Maschinenwettrüsten, beim Lernen für die Diplomarbeit, entstand. So führte schnell eines zum anderen.

Auf der Suche nach dem perfekten Espresso, stießen sie immer wieder auf standardisierte Schokoladennoten und somit auf eine gewisse Grenze der Vielfalt innerhalb Deutschlands. Erst beim Bestellen von Kaffeeproben aus dem Ausland wurden sie auf fruchtigere Aromen aufmerksam und die damit verbundenen hellen Röstungen. Da wurde schnell klar, dass sie nur durchs eigene Rösten an die eigenen Vorstellungen herankommen würden.

Für beide galt alles neu zu erforschen und anzueignen. Sie kauften alte Siebträgermaschinen, um sie auseinander zu nehmen und die Technik, die hinter den Maschinen steckt, besser zu verstehen. Setzten sich mit Röstprofilen und der richtigen Herangehensweise beim Bräunen der feinen Bohnen auseinander und starteten 2008 mit einem Café am Unicampus, um so am gastronomischen Knowhow zu pfeilen.

Die Nähe zu den Kaffeebauern

Die Besonderheit am Hoppenworth & Ploch Kaffee sind die hellen Röstungen. Die Jungs wollen den ursprünglichen Geschmack des Kaffees hervorheben und nicht durch zu viele Röstaromen überlagern. Die Nähe zum Ursprung zu bewahren, ist ihnen dabei besonders wichtig, daher werden hauptsächlich Single Origin Kaffees angeboten, dessen Herkunft exakt bekannt ist.

Der Amkeni aus Tansania, der sich auch in meiner Tasse beim Gespräch mit Julian wiederfindet, ist das erste Direct Trade Projekt der beiden. Die Tatsache, dass sie die Plantagen besucht haben und den Kaffeebauern die Hand geschüttelt haben, gibt mir ein gutes Gefühl beim Kaffee genießen.

Bei der Auswahl der anderen Rohkaffees wird besonders darauf geachtet, dass die Bauern vor Ort durch das Erwirtschaften der Erzeugnisse für Nahrung, Bildung und Gesundheit sorgen können.

Der nächste Direktimport ist in Guatemala geplant, was mich besonders freut, da es eines meiner Lieblingsanbaugebiete ist. Die Zuständigkeitsbereiche haben sie sich ein wenig aufgeteilt, so dass Matthias regelmäßige Reisen nach Zentralafrika unternimmt und Julian sich um das Beschaffen der Rohkaffees in Lateinamerika kümmert.

Die Beiden scheinen sich aber auch in anderen Belangen, perfekt zu ergänzen. Matthias, der Visionär, der am liebsten alles auf einmal will und Julian, der Gastorientierte, der auch schon mal neue Dinge etwas kritischer betrachtet. Eine gute Mischungm wie ich finde.

Lecker & Freundlich

Seit 2014 hat die Rösterei ihren Ausschank an bisher fünf Tagen geöffnet. Da der Platz für die Rohkaffeelagerung mittlerweile zu knapp geworden ist, wird die Röstmaschine in diesem Frühjahr in eine größere Produktionsfläche ziehen. Ihr dürft euch also auf eine 7-tägige Öffnungszeit freuen.

Nach dem interessanten Gespräch mit Julian, gönne ich mir noch ein milchschaumtragendes Kaffeegetränk. Barista Liz, die Dritte beim letzten Brewerscup wurde, zaubert mir einen ausgesprochen leckeren Cappuccino. Seit drei Jahren arbeitet sie für die beiden. Was als Studentenjob begann, hat sie nun als festen Arbeitsplatz ausgebaut und ist somit eine der vier Festangestellten bei Hoppenworth & Ploch. Mit viel Leidenschaft, wie ich schnell bemerke.

Zum Abschluss gönne ich mir noch eine Kartoffelwaffel. Weil ich mich mal wieder nicht entscheiden kann, serviert Liz mir freundlicherweise sowohl Apfelmus, als auch Kräuterquark dazu. Äußerst zufrieden und gesättigt, packe ich meine Sachen zusammen.

Ein paar Rohkaffeeproben aus Tansania in der Klasse AA und AB landen noch in meinem Rucksack und werden freudig vom Bremer Cross Coffee Röster, Olli, erwartet. Für mich persönlich, schnappe ich noch ein paar Kaffeesorten für Zuhause und freue mich jetzt schon auf den ersten, morgendlichen Handfilter.

Die Öffnungszeiten:

Rösterei
Friedberger Landstr. 86
60316 Frankfurt
Mi – Fr 08:00 – 19:00 Uhr
Sa 10:00 – 19:00 Uhr
Sonn,- und Feiertag 12:00 – 19:00 Uhr

Campus
Siolistr. 7
60323 Frankfurt
Mo – Fr 09:30 – 18:00 Uhr
Sa – So 12:00 – 17:00 Uhr

Online Shop
hoppenworth-ploch.de

 

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