Klein & fein: Lütt Köök Huus in der Markthalle Acht

Eine kleine Idee, die mit einem Würstchenstand auf einem Festival begann und hier in der Markthalle Acht der Bremer Innenstadt seine Fortsetzung findet. Alles fing an mit dem berühmt, berüchtigten Satz:

„Sollen wir nicht mal was zusammen machen?!“

Nachdem sie beschlossen hatten, genau dies zu tun, steckten die alten Gastrohasen Claudi, Basti, Ari und Daniel ihre kreativen Köpfe zusammen und fassten ihre zukünftigen Schandtaten unter dem Namen „Lütt Köök Huus“ zusammen.

Mein persönlicher, erster Kontakt mit den Vieren entstand auf dem Güterbahnhof Open im letzten Sommer. Ein Anlass, an dem die dort ansässigen Künstler ihr Atelier öffneten und den Außenbereich durch Livemusik und Stände jeglicher Art zu einem attraktiven Veranstaltungsort umgestalteten. Die Vier boten ein leckeres Curry und hausgemachte Limonade an, ich verkaufte Kaffee. Von da an traf man sich hier und da immer mal wieder zufällig auf einen kleinen Schnack.

Das große Projekt startet

Mit dem Start der Markthalle Acht am 26.11.2016 holten die Vier sich noch Koch Jonas ins Boot, der nicht nur durch seinen Abwechslungsreichtum hervorsticht, sondern auch ein besonders feines Händchen in der Küche beweist. Zusammen mit Claudi rockt er den täglich wechselnden Mittagstisch.

Wer Lust auf Kaffee und Kuchen hat, wird hier natürlich auch fündig. Die süßen Leckereien sind selbstverständlich selbstgemacht und der Kaffee wird mit guter Bio Milch aus dem Bremer Umland gezaubert.

Die Bohnen dafür stammen von der Rösterei Utamtsi aus Lilienthal. Die Besonderheit ist die Bioqualität der wildwachsenden Kaffeekirschen, die in Kamerun angebaut werden. Darüber hinaus erhalten die Kleinbauern durch den direkten Einkauf einen fairen Kaffeepreis.

Schürze um und los

Im kleinen Kochhaus wird ab 9 Uhr geschnibbelt und gekocht was das Zeug hält. An dieser Stelle klinke ich mich ins alltägliche Geschehen und helfe bei den Vorbereitungen der frischen Köstlichkeiten. Ich durfte mir sogar aussuchen, was es geben soll!

Hausgemachte Gnocchi sollen es sein! Jonas hat alles sorgfältig vorbereitet, um mit mir ans Werk zu gehen. Während ich mit dem schnellen Kartoffelschälmeister die goldgelbe Knolle für den Garprozess vorbereite, rollt Claudi neben mir, für ein anderes Mittagsgericht der Karte, sorgfältig den falschen Hasen in seinen Speckmantel:

„So du kleine Schweinebacke, jetzt mal schön lecker werden“

Dieser Satz soll nicht der Letzte gewesen sein, den sie an ihr Essen richtet. Hier gilt vor allem eins: Liebe zum regionalen, frischen Nahrungsmittel und Spaß bei der Zubereitung. Das schmeckt man! Und wenn spontan ein Lebensmittel nicht lieferbar ist, weil die Ernte es noch nicht zugelassen hat, wird halt mal eben umdisponiert.

Präzise und geduldig erklärt Jonas mir die nächsten Arbeitsschritte. Der Bärlauch muss blanchiert werden, damit seine schöne, sattgrüne Farbe nicht verloren geht. Anschließend wird er mit etwas Ei und Ricotta zu einer homogenen Masse verarbeitet.

Danach ist matschen angesagt, den Arbeitsschritt übernehme ich besonders gerne, denn das Ganze wird nun mit der Kartoffelmasse vermengt, bis der Teig sich so richtig schön gleichmäßig grün färbt.

Jonas und ich machen uns ans fleißige Gnocchi formen, während Claudi bereits eine Kartoffel-Zitronen-Thymian-Suppe zu Ende zaubert. Wirbelwind Basti, der übrigens auch der Papierkram Beauftragte ist, wuselt im Gästebereich und trifft die letzten Vorbereitungsarbeiten für die Mittagszeit.

Serviert werden die Bärlauch Gnocchi mit einer Tomaten-Buttersauce und Parmesan. Ich genieße das gemeinschaftlich zubereitete Werk, während sich die Markthalle langsam mit hungrigen Gästen füllt.

Charmant & Liebenswert

Generell kommt die selbstgebaute Lütte Hütte äußerst charmant daher, inklusive liebenswürdiger Details natürlich. Daniel war hier vor allem federführend und konnte sein handwerkliches Geschick mit viel Kreativität umsetzen.

Wer ein gutes Tröpfchen für Zuhause sucht, findet in der Lütten Weinhandlung Kiek Rin eine feine Auswahl, die Ari mit viel Sorgfalt zusammengestellt hat. Quittengelee, Rotweinscharlotten oder auch Kürbisketchup zieren, abgefüllt in Weckgläsern, die Regale und warten darauf mitgenommen zu werden. Alles selbstgemacht versteht sich!

Die Fünf ergänzen sich auf allen Ebenen. Das Herzblut, dass in das gemeinsame Projekt geflossen ist, ist unübersehbar und findet sich geschmacklich in jeder Mahlzeit wieder. Ich für meinen Teil würde jeder Zeit wieder den Kochlöffel mit den Lütten schwingen.

Die Öffnungszeiten:
Di-Sa 10:00 – 20:00 Uhr
Streetfood Donnerstag 10:00 – 22:00 Uhr

Lütt Köök Huus
in der Markthalle Acht
Domshof 8-12
28195 Bremen

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